ESU-Lopi 4 Decoder optimal einstellen (CV51-56)

Die Lopi4 Decoder lassen sich optimal an die Lokmotoren anpassen, indem man diese automatisch durch den ESU-Lokprogrammer ermitteln lässt. In Kapitel 11.1.3 des ESU-Lokpilot Handbuchses wird das vorgehen detailliert beschrieben.

Ich programmiere meine Loks das erste Mal nach dem Einbau des Decoders auf dem Schreibtisch, also fernab der Modellbahnanlage. Dazu habe Gleise in H0 und H0m (je ca. 100 cm Länge) und einen Rollenprüfstand von “mazero” mit H0 und H0m Rollen und Geschwindigkeitsmesser.

Zum Programmieren benutze ich den ESU-Lokprogrammer und ebenfalls steht eine Stärz ZS2+ Zentrale zur Verfügung (Modus ZS2 & 16 DCC Loks).

Um die automatische Messung mit dem Lokprogrammer durchzuführen, müsste ein längeres Gleis vorhanden sein, da die Lok während etwa 2 Sekunden mit voller Geschwindigkeit fahren wird. Da ich das auf dem Schreibtisch nicht habe, steht die Lok während des Programmierens und für die automatische Bestimmung der CVs 51-56 auf dem Rollenprüfstand.

 

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Als erstes stelle ich im ESU-Programmer CV54 auf den Wert 0 für den anschliessenden automatischen Messungvorgang.

ESU-Prg. CV54=0 schreiben 07-08-_2016_10-19-08

 

Anschliessend öffne ich den Führerstand und vor dem drücken der Taste “Go” achte ich darauf, dass keine Funktionstasten aktiviert sind. Insbesondere die Taste F1 muss ausgeschaltet sein.

Nun klicke ich “Go” und anschliessend F1 an. Die Lok läuft jetzt für kurze Zeit mit voller Geschwindigkeit und ermittelt dabei die meistens optimalen Werte vollautomatisch.

ESU-Prg. Fahrpult On und F1 drücken

 

Nach dem automatischen Messvorgang darf man nicht vergessen, die Daten vom Lokdecoder in den Programmer einzulesen, um anschliessend das aktuelle Datenfile des Decoders abzuspeichern. Für das Einlesen des Decoders drückt man die kleine Taste mit dem grünen Pfeil.

 

Nach erfolgreichem Einstellen der Werte sollte es im ESU-Programmer unter “Motoreinstellungen” wie folgt aussehen. Natürlich werden sich die Werte je nach Lokart unterscheiden. Die Lastregelungswerte dürften anders aussehen als die ESU-Voreinstellungen, was meistens auch richtig ist. Mit einer kurzen Probefahrt kann man das Problemlos überprüfen. So sollte die Lok mit Fahrstufe 1 ohne zu ruckeln anfahren und wenn man sie mit dem Finger bremst, sollte man die Lastregelung (Kraft) auch spüren bzw. die Räder durchdrehen.

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Damit ich die CV-Werte jederzeit zur Verfügung habe, habe ich eine Tabelle (Planmaker von Softmaker) erstellt, in die ich laufend die Werte von optimierten Loks eintrage. Diese Tabelle sieht aktuell so aus:

ESU Motorsteuerung CV51-CV56

Grün hinterlegt sind die von ESU empfohlenen Werte eingetragen.
Auf weissem Grund stehen meine gemessenen Werte.
Interessant ist, dass die Werte von Rocoloks doch stark abweichent von den Roco-Standardwerten von ESU. Zu erwähnen ist auch, dass die ältere Trix SBB Ae 3/5 II erst nach dem automatischen CV-51-56 einmessen fein zu steuern war, wie ich es eigentlich von allen Loks erwarte. Diese Lok war auch der Ausschlag, es mit der automatischen Messung der CV51-56 zu versuchen. Nun läuft die Ae 3/% II so sauber wie die neuen Roco oder Piko-Loks.

Ich darf sagen, dass mich die Fahreigenschaften der ESU-Decoder Lopi4 sehr überrascht haben, die ich mit den ESU-Decodern nach dem automatischen Festlegen der CV51-56 Werte erreicht habe. Die Einmesskurven in iTrain beweisen das bei den so optimierten Loks!

Hier zwei Beispiele solcher Messkurven, die ich mit den D&H Decodern leider nicht immer erreicht habe:

iTrain Einmesskurve Trix SBB Ae 3-6II
Trix Ae 3/5 II mit altem Märklinmotor und Getriebe (beide Fahrrichtungen decken sich!

iTrain Einmesskurve Piko ÖBB Railjet 05-08-_2016_12-15-48
Piko ÖBB Railjet

Ebenfalls am Schreibtisch stelle ich mit dem ESU-Programmer die V-Max. für meine Modelle ein. Da auf meiner Anlage aus Gründen der Radien und dem Eindruck mit max. 50 km/h gefahren wird, stelle ich jede Lok die schneller als 50 km/h fahren könnte, auf die V-Max. 80 ein. So kann ich für Gleistests handgesteuert etwas schneller Fahren als 50, d.h. mit max. 80 km/h. Auch beim Vorbild wird bei einer möglichen VMax. von 250 km/h mit etwa 275 km/ getestet (so geschehen im neuen NEAT-Gotthardtunnel wo Fahrplanmässig mit 200 km/h gefahren wird (obwohl 250 km/h möglich wären) und mit rund 275 km/h mit einem deutschen ICE getestet wurde. Nach Auskunft des Lokführers hat man da die Fliehkräfte in den Kurven sehr gut gespührt, was für Reisende nichts wäre.

Hier das Bild mit dem Fahrpult des ESU-Programmers und der Messanzeige des Rollenprüfstandes. Massgebend ist der Wert in der zweiten Zeile (….10 Sekunden Mittelwert):

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CV Rechner für lange Lokadressen
(c) Josef Fischer AT

 

07.08.2016 Erstellungsdatum
03.12.2016 Ergänzung Rollenprüfstand
02.01.2017 Korrektur Fehler