Loklichter einstellen in neuen Roco-Loks mit Plux22 Schnittstelle

Roco verwendet bei neuen Loks die Plux22 Schnittstelle für Lokdecoder und ermöglicht dadurch sehr viele Varianten der Einstellungen der Signallichter an Loks, sofern der verwendete Decoder ein Plux22 Decoder ist, der alle AUX-Ausgänge verstärkt besitzt, wie z.B. der ESU-Lopi4 DCC oder M4 Decoder. Die Plux22-Decoder der Firma D&H sind leider nur auf die Plux22 Schnittstelle aufgepfropfte, normale Decoder mit AUX1-4. Auch passt der D&H Plux22 Decoder wegen zu hoher Bauteile nicht sauber in jede Plux22 Schnittstelle.

Bei den Roco-Loks mit Plux22 Schnittstelle sind die beiden roten Rücklichter je Seite auf die Anschlüsse AUX3 & 4 bzw. 5&6 verteilt, die weissen Rücklichter auf AUX1 & 2. Das bedeutet, dass für ein dreifaches Spitzensignal immer zu F0 = Licht Vorwärts noch AUX1 bzw. AUX2 (je Fahrrichtung) im ESU-Programmer noch dazu geschrieben werden muss, damit 3 und nicht nur 2 Lichter brennen. Mit AUX1&AUX2 auf eine Funktionstaste gelegt, bekommt man z.B. die weisse Parkbeleuchtung nach CH-Vorbild.

Ich habe gestern (03.12.2016) eine Austauschplatine von Thomas Wollschläger, Kassel (sein Beitrag wurde im MIBA Digital 01/2017 veröffentlicht) in eine SBB Re460 Lokomotive von Roco eingebaut. Diese etwas ältere Lok hatte noch eine Lokplatine mit 4 Glühbirnchen, die man am Ende des Lichtleiters kaum sehen konnte und eine 8-pol. Schnittstelle.

Die neue Platine hat eine Plux22 Schnittstelle und 4 weisse und 6 rote LEDs auf der Platine, so dass an den Lichtleitern der Lok nichts geändert werden muss.

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2016-12-03-18-22-11_kleinDie Gleisanschlusslitzen sind hier nur provisorisch verlegt, definitiv kommen sie durch die vorgesehene Aussparungen direkt von unten.

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Auf dem letzten Bild erkennt man die rote LED auf der Platine, die sehr hilfreich ist. Wenn diese leuchtet, dann hat die Lok Stromversorgungsspannung. Sonst weiss man das nur, wenn man ein fähiges Messinstrument beizieht.

Platz für einen Lopi4 Sounddecoder wie auch einen kleinen Lautsprecher ist ebenfalls vorhanden.

Die Platine hat auch 2 Anschlüsse für Führerstandsbeleuchtungen, die mit AUX 6 und 7 zugeschaltet werden können.

Die roten Schlusslichter liegen bei dieser Platine auf AUX1 oder AUX2 zusammen mit AUX 5. Ohne AUX5 leuchten mit AUX1 und AUX2 die weissen Lampen rechts (hinten gegen Wagen). AUX3 und AUX5 zusammen schalten das Notlicht – beidseitig 3x rot, ein, also auch das Spitzenlicht oben leuchtet zusätzlich zu den beiden unteren Lichtern rot!

Bei dieser Lok / Platine sieht meine Funktionszuordnungstabelle folgendermassen aus:

Tastenbelegungen:

  • F0 = Licht 3x vorwärts, 1x weiss hinten rechts
  • F1 = Licht 3x vorwärts, 2x rot hinten
  • F2 = -> Licht 3x weiss vorne, 1x weiss hinten; <- Stirnlicht gegen Wagen dunkel, 2x rot hinten
  • F3 = Führerstandbeleuchtung 1 Ein/Aus
  • F4 = Führerstandbeleuchtung 2 Ein/Aus
  • F5 = Spitzenlicht Führerstand 1 Ein/Aus
  • F6 = Spitzenlicht Führerstand 2 Ein/Aus
  • F7 = Rücklicht 2x rot Führerstand 2 Ein/Aus
  • F8 = Rücklicht 2x rot Führerstand 1 Ein/Aus
  • F9-F13 = Frei (z.B. für Soundfunktionen)
  • F14 = Notlicht, 3x rot auf beiden Seiten
  • F15 = Parklicht, je 1 weisse Lampe pro Seite rechts.

Mit diesen Einstellungen kann man alle Lok-Signalbilder nachbilden. Dank den Funktionszuordnungen (Mapping) kann man alle möglichen und unmöglichen Lok-Signalbilder nachbilden. Funktionszuordnungen sind mit dem ESU-Programmer sehr einfach zu machen.

Für meine iTrain-Softwaresteuerung besonders wichtig ist die Belegung der F2 Taste, da mit dieser Taste (aus iTrain bedient) die Zugbeleuchtung für normalen Betrieb ein- und ausgeschaltet wird. Je nach Lok kann F2 etwas anders eingestellt sein.

Bei meinen zwei ersten so umgerüsteten Lok handelt es sich um die seinerzeitige Rocolok Re460, die anlässlich des damaligen Roco-Event Alptransit im Tessin angeboten wurde und um die Roco-Event (Murten 2005). Die Roco Event Alptransit-Lok hat den Aufdruck “Alptransit” und “Roco” auf einem weissen Kunststoffgehäuse . Darum muss man bei dieser Lok auf der Innenseite zwischen Dach und Seitenwand eine “Lichtbremse” einbauen. Diese habe ich mit dünnem, schwarzen Isolierband gemacht, so dass die LEDs auch im abgedunkelten Raum kaum mehr durch den weissen Plastik leuchten. Die schwarzen Schrumpfschlauche auf den roten LEDs muss man soweit kürzen, bis das rote Licht sauber auf die Lichtleiter trifft und ohne dass weisse Plastikaussenwand rot leuchtet. Das war fast der schwierigste Teil des Umbaus.

Die beiden mitgelieferten Führerstandsbeleuchtungen passen exakt in die Lücke zwischen dem oberen Stirn-Lichtleiter und einen klaren Kunststoffteil, der die beiden seitl. Fenster stabil hält und gleichzeitig das Führerstandslicht schön verteilt.

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Hier noch die drei leuchtenden roten LEDs auf einer Lokseite. Rot eingekreist die beiden unteren, roten Lichter, violett eingekreist das obere, rote Spitzenlicht. Weiss eingekreist die beiden weissen LEDs für die weissen Lokscheinwerfer und das Spitzenlicht.

Mit der vorhandenen Art der Lichtleiterführung lässt sich natürlich nicht verhindern, dass beim roten Licht der ganze Schweinwerfer rot leuchtet und nicht nur die beiden roten Leuchten. Im Betrieb stört das aber höchstens gewisse Nietenzähler, zu denen ich micht nicht zähle ;).

04.12.2016 Erstellungsdatum
08.12.2016 Ergänzungen