PIKO SBB RBe 540 038-7 NPZ Triebwagen mit Steuerwagen, Digitalisierung

In der Schweiz sind, dank dem Einsatz des Importeurs ARWICO, seit kurzem wunderschöne Triebwagen mit Steuerwagen von Piko erhältlich. Die Zwischenwagen dazu werden im 2019 geliefert. Leider ist mein NPZ seitens Piko bereits ausverkauft. Andere Versionen werden aber noch kommen. So wurde der grüne Triebwagen mit Steuerwagen soeben an die Händler ausgeliefert.

Leider sind die beiden Haftreifen (je 1 Stk.) auf der ersten Achse montiert, was für die Steuerung mit einer Steuersoftware ungünstig ist. Glücklicherweise können die Achsen je Drehgestell problemlos getauscht werden (wie auch bei Roco-Loks), so dass die vorderste, erste Achse, je Fahrrichtung, immer voll meldend ist!

Ich kaufe Loks nach Möglichkeit immer als Analog-Version, um sie dann mit einem Decoder nach meiner Wahl zu bestücken, denn je nach Modell eignet sich der ESU Lopi4 oder ein D&H DH22A besser, wenn man saubere Fahreigenschaften will.

Bei diesem Modell habe ich zuerst den neuen Piko SmartDecoder 4.1 (56400) probiert. Auch nach langwierigem pröbeln mit den Motor-CVs war ich mit den Fahreigenschaften nicht zufrieden, d.h. sie erfüllten meine Ansprüche nicht. Ein ESU-Lopi 4 DCC brachte bessere Fahreigenschaften, aber auch sie überzeugten mich noch nicht ganz. Beide Decoder unterstützen AUX1 – AUX7, was bei diesem Modell notwendig ist (wenn man alle Lichter so steuern will, wie es vorgesehen ist.

  • F0 = weisse Stirnbeleuchtung vorne und hinten (je nach Fahrrichtung)
  • F1 = Zugschlussbeleuchtung hinten rechts (rot) AUX1
  • F2 = Zugschlussbeleuchtung vorne rechts (rot) AUX2
  • F3 = Zugschlussbeleuchtung hinten rechts (weiss) (AUX3)
  • F4 = Zugschlussbeleuchtung vorne rechts (weiss) (AUX4)
  • F3 & F4 = Standlicht
  • F5 = Innenraumbeleuchtung (AUX5)
  • F6 = Führerstandsbeleuchtung Führerstand 1 (AUX6)
  • F7 = Führerstandsbeleuchtung Führerstand 2 (AUX7)

Der Decoder D&H DH22A Plux22 brachte meine erwarteten Fahreigenschaften, aber dieser Decoder kennt leider nur AUX1-AUX4. So musste ein Funktionsdecoder die weiteren AUX Ausgänge bringen. Für diesen Zweck habe ich einen Funktionsdecoder D&H DHZ400 verwendet. Dieser Decoder wird an der SUSI-Schnittstelle angehängt, ist sehr klein und bietet 4 frei wähl- und programmierbare Ausgänge.

Glücklicherweise und vorbildlich hat Piko auf der Lokplatine Lötaugen für die AUX-Anschlüsse und für die SUSI-Schnittstelle vorgesehen, so dass der Einbau des Funktionsdecoders ein Kinderspiel ist, sofern man mit dem Lötkolben etwas anzufangen weiss. Leider werden diese Anschlüsse nirgends dokumentiert, so dass ich alles mit meinem Multimessgerät zuerst erforschen musste. Dieser Aufwand hat sich aber gelohnt.

Auf diesen Bildern erkennt man neben dem DH22A-Lokdecoder in der PLuX22 Schnittstelle den kleinen SUSI-Funktionsdecoder DHZ400. Die SUSI-Anschlüsse GND(GND,schwarz), IOB(ZCLK,blaus),IOA(ZDAT,grau) und U+(ZVS,rot) befinden sich an der oberen Lokplatinenkante (auf dem 3. Bild sehr gut zu erkennen). Die grüne, gelbe und weisse Litze werden an die Lötpunkte A5 (AUX5), A6 (AUX6) und A7(AUX7) angelötet. Das war’s, denn damit können nun alle Lichtfunktionen angesteuert werden, sobald man den Funktionsdecoder programmiert hat.

Das Programmieren von SUSI-Bausteinen ist mit dem Lokprogrammer oder der FCC-Zentrale schnell und einfach zu machen. Man kann aber jede andere Möglichkeit nutzen, die CV897 bis CV985 programmieren kann. Zuerst programmiert man mit CV897 die Modulnummer (Vorgabe 2). Mit dieser Modulnummer ordnet man dann mittels CV942-CV945 die 4 Ausgänge einer F-Taste zu, z.B. für die F5 Taste wäre das dann CV942=5 für den Ausgang 1. Wenn man noch weitere F-Funktionen benötigt, kann man noch 2 weitere Funktionsdecoder an die SUSI-Schnittstelle anschliessen. CV897 muss dann entsprechend eingestellt werden und weiter gilt zu beachten, dass immer nur ein Funktionsdecoder zum Programmieren angeschlossen sein darf!

Beim Steuerwagen war die Digitalisierung etwas mühsamer, weil auf der Steuerwagen-Platine 2 Stiftleisten vorhanden sind (je eine einreihige 9- und eine zweireihige 10-polige Stiftleiste) und über deren Bestückung in der Anleitung nichts verraten wird. Da verwendet man am besten den neuen Piko-Multiprotokoll-Funktionsdecoder 56124. Dieser hat 2 mehradrige Litzenkabel mit Steckerbuchen angelötet und man könnte ihn einfach an die beiden (unterschiedlichen) Stiftleisten einstecken, wenn sie in der Anleitung beschrieben wären. Leider muss man die 7-polige Steckerbuchse auf die 9-polige Stiftleiste und die 5-polige Steckerbuche auf die 10-polige Stiftleiste stecken. Auf welcher Seite die rote Litze sein muss und wie und wo die Buchsen eingesteckt werden müssen, steht nirgends. Einmal liegt die rote Litze an Stift 8/9, bei der anderen Schnittstelle an Stift 10 und an der inneren Stiftleiste. Mit probieren erreichte ich nichts, ausser dass einmal der Funktionsdecoder recht warm wurde. So sandte ich ein Mail an den Kundenservice von Piko und nach einem Tag bekam ich die Antwort mit 2 Bildern, wo man die beiden Stiftleisten mit richtig eingestecktem Buchsenstecker sehen konnte. Gemäss diesen beiden Bildern habe ich dann den Funktionsdecoder entsprechend eingesteckt und siehe da, ich konnte den Decoder Programmieren und er funktioniert nun auch einwandfrei.

…und hier noch die beiden Bilder von Piko ((c) Piko)

Ich hoffe, dass Piko diesbezüglich die Ableitung beim Steuerwagen verbessert, so dass die Kunden nicht beim Kundendienst nachfragen müssen, was ja auch Kosten für Piko verursacht, die mit einer detaillierten Anleitung nicht anfallen würden.

Der Steuerwagen enthält bereits einen Stützkondensator gegen das Flackern bei langsamem Fahren. Der Triebwagen hat die Lötpunkte für einen Stützkondensator vorgesehen (C+,C-). Ein Elko 25V/330uF passt genau unter die Lötaugen in der Lokplatine und füllt damit das WC des Triebwagens, was man aber dank dem Milchglasfenster nicht sieht:

Hier die Lötstelle für den Kondensator von oben (Pfeil):

Damit der Kondensator wirksam wird, muss man noch einen 100 Ohm SMD Widerstand auf die beiden Lötpunkte R9 löten (roter Pfeil). Die ebenfalls notwendige Diode D1 ist bei meinen beiden Loks bereits aufgelötet. Die Lötbrücke (gelber Pfeil) muss ebenfalls noch erstellt werden zwischen SJ und der Zahl 1. Achtung, zwischen 1 und 2 darf es keine Brücke geben! Das wars und der so ergänzte Triebwagen rollt mit Fahrstufe 1 (1,5 km/h) problemlos über die ganze Anlage, da kleinere Stromversorgungsunterbrüche überbrückt werden. Auch flackert das Licht dank diesem Elko nicht.

Der grüne Triebwagen PIKO SBB RBe 4/4 1461 mit Steuerwagen habe ich soeben auf dieselbe Art digitalisiert. Anstelle des DH22A-Lokdecoders habe ich jedoch einen ESU Lopi 4 DCC verbaut, da ich im Moment kein weiteres DH DHZ400 SUSI Funktionsmodul an Lager habe. Dadurch war die Lichtansteuerung dank dem ESU-Programmer viel leichter einzustellen. Leider kommen die Fahreigenschaften auch da nicht an den DH22A Decoder heran. Sobald ich die DHZ400 bekommen habe, wird auch bei diesem Modell der Decoder noch ausgetauscht.

Wichtig: Bei Kondensatoren nie die Polung + und – verwechseln. Ist Dieser falsch angeschlossen, wird er äusserst heiss und kann durchaus explodieren. Darum muss man sorgfältig arbeiten und beim ersten Mal einschalten zur Kontrolle unbedingt den Finger an den Kondensator halten. Wird dieser sehr schnell heiss, sofort den Strom anschalten und alles abkühlen lassen. Zur Sicherheit den Kondensator austauschen und einen neuen Kondensator einlöten, bei Beachtung der richtigen Polung wird nichts passieren!

Fazit: Diese beiden Modelle sind wirklich sehr gut geraten, haben sehr gute Fahreigenschaften (mit dem D&H Decoder) und machen sich auf Anlagen nach SBB-Vorbild sehr gut.

08.12.2018 (Erstellt)
22.12.2018 (Ergänzt mit Kondensator-Einbau, Bildern usw.)
04.01.2019 (Ergänzung betr. Haftreifen (Achsentausch)