– Blöcke

Wenn man die Modelleisenbahn digital mit iTrain oder einer anderen Software steuern will, braucht es eine sinnvolle Einteilung der Anlage in Blöcke. In der Regel bildet ein Bahnhofsgleis oder das Streckengleis zwischen zwei Bahnhöfen (Weichen) einen Block, es können aber auch mehrere Blöcke sein.

Ein Block enthält in der Regel drei Gleisbesetztmelder, wenn er in beiden Richtungen befahren werden soll. Auch wenn es mit schnellen Digitalsystemen (z.B. Selectrix-BUS) theoretisch möglich ist, nur einen Melder pro Block einzusetzen – es lohnt sich auf Dauer nicht! Wird der Block nur in eine Richtung durchfahren, sollten zwei Melder verwendet werden, um eine bessere Betriebssicherheit zu garantieren. Ich verwende aus Prinzip immer 3 Besetztmelder in einem Block nach der Regel „Stopp“ (ca. 40 cm) – „Bremsen“ (mindestens längster Zug oder mehr) – „Stopp“ (ca. 40 cm)“. Drei Melder genügen in iTrain auch für den längsten Block, da man den genauen Punkt, wo das Abbremsen beginnen soll, jederzeit im Blockeditor, pro Fahrtrichtung getrennt, eintragen kann.

Wird „Verwende Positionen“ angeklickt (pro Fahrtrichtung separat einstellbar) kann man vom besonders feinen Abbremsen profitieren, das ab Version 3 neu integriert wurde. Damit erhält man sogenannte Bremsrampen. In Bremsrampen stellt man ein, ab wievielen cm ab Blockbeginn mit dem Bremsen begonnen und ab wievielen cm ab Blockbeginn der Zug zum anhalten kommen soll. Die zuvor erwähnten „Stoppmelder“ bekommen in Bremsrampen eine neue, äusserst wichtige Funktion. Sollte ein Zug warum auch immer (schlecht eingemessene Lok, verzögerter Befehlsempfang mit DCC, usw.), dann bekommt die Lok an der eingestellten Stelle (in cm ab Beginn des Stoppmelders) einen Nothaltbefehl, d.h. die Lok wird notgebremst! Das ist wichtig, damit es nicht zu Crashes usw. kommt.

Aufgrund der vielen Fragen und fehlerhaften Gleisbilder im iTrain-Forum versuche ich hier, einmal alles mit Bildern aufzuzeigen, was in einen Block gehört und wie er sinnvollerweise gezeichnet wir. Wichtig zu wissen ist auch, dass iTrain bereits von sich aus immer sinnvolle Vorgaben verwendet und es darum am Anfang besonders wichtig ist, keine vorgegebenen Werte in den Editoren zu überschreiben – solange man nicht weiss, was das Überschreiben tatsächlich bewirken wird. Das ist ein wesentlicher Vorteil von iTrain gegenüber anderen Programmen, da iTrain von Anfang an fast alles schon richtig macht und auch ohne eigene Handeinträge funktioniert. Grundsätzliches wie Melder, Blöcke, Weichen, Signale usw. muss man natürlich schon noch selber eintragen. So funktioniert iTrain auch bereits dann, wenn noch keine Längen in den Meldern und Blöcken eingetragen sind.

Zu Beginn das gezeichnete Beispiel, noch ohne irgendwelche Einträge. Die Abbildungen entstammen der iTrain Testversion 2.1 bxxx, können also von den 2.0 und 3.0 Versionen etwas abweichen!
Ein Gleisbild stellt eine abstrakte Form des realen Gleisbildes dar, soll also möglichst vereinfacht und klar gezeichnet werden. So wird z.B. auch eine Wendel mit mehreren „Umdrehungen“ als gerade Strecke gezeichnet. Mein Beispiel kann also durchaus eine Wendel sein!

Beim Zeichnen eines Blockes sollte man mit dem Platz nicht allzu knauserig umgehen. So braucht es links und rechts vom Blocksymbol genügend freien Platz (mindestens je 2 einfache Gleissymbole), damit auch der längste „Kurztext“ einer Lokbezeichnung nicht Melder, Pfeil und andere Symbole abdecken kann. Im Beispiel wird der Block von Weiche zu Weiche reichen und einen Streckenblock darstellen („Freie Strecke“).

 

Hier sind die beiden Signale, die drei Besetztmelder, der Richtungspfeil und das Blocksymbol eingezeichnet. Ein Block hat immer Meldesymbole, einen Richtungspfeil, ein Blocksymbol und fakultativ je ein Lichtsignal. Fehlt eines der genannten Symbole, wird es zu Problemen kommen. Wichtig ist, dass die Signale in der richtigen Richtung eingezeichnet werden, meistens ist das grüne Licht oben.

 

Mit dem Mauszeiger das Blocksymbol markieren und dann den Buchstaben „G“ drücken. Damit wird das Blocksybol braun und die ganze Blockstrecke, von Signal zu Signal, wird nun mit dem Buchstaben „G“ (in Version 2 = Buchstabe „B“, der in Version 3 eine andere Wirkung hat) als Blockstrecke markiert. Diese braune Strecke entspricht dem Streckenblock von Bahnhof 1 zu Bahnhof 2 (freie Strecke). Die braune Blocksymbolmarkierung hebt man auf, indem man irgendwo ein freies Feld markiert und den Buchstaben „G“ nochmals drückt.

 

Nun trägt man die Adresse, Typ, usw. mit Doppelklick auf ein Meldersymbol bei allen drei Meldern ein. Bei der Längeneingabe sollte man die Länge in cm eingeben oder vorerst leer lassen (0cm). Im obigen Fenster steht unter Name „M20.1“. Solche Bezeichnungen, die die Adresse des Melders beinhalten, sollte man jedoch nicht verwenden. Besser ist es, wenn man kurze, klare Bezeichnungen verwendet, wie z.B. (Bild aus Version 3.1.2):

30-08-_2014_09-48-11

Unter Name stehen hier, mit „-“ Zeichen getrennt, max. je 2 Buchstaben oder zahlen. Was diese im Klartext bedeuten, steht dann unter Beschreibung. Die Melderadresse wird immer kurz angezeigt, wenn man mit der Maus auf einen Melder, Weiche usw. zeigt.
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Auch die Kurzbezeichnung und die Beschreibung werden angezeigt.

 

Dasselbe macht man auch mit den beiden Lichtsignalen, wobei hier die Adresse leer bleiben darf, wenn keine Signaldecoder mit realen Lichtsignalen verwendet werden. Im Gleisbild werden die Signale so richtig funktionieren und der Überwachung dienen.

Als nächstens öffnet man mit Doppelklick den Blockedior für die Blockeigenschaften.

Hier und auf den nächsten Bildern sollten alle Melder und auch die Signale bereits automatisch und richtig eingetragen sein. Es kann aber, vor allem nach Änderungen richtig und wichtig sein, den Button „Automatisches Ausfüllen“ zu betätigen, weil bei Änderungen die Automatik nicht in jedem Fall alles automatisch erkennt.  Die Blocklänge (Stopp-Bremsen-Stopp zusammengezählt) kann man hier eintragen, besser ist es aber, wenn man vorerst keine Eingabe macht (0 cm). Allfällige Verschiebungen für den Brems- und Stoppmelder trägt man ebenfalls hier ein. Verschiebungen sind eine gute Lösung um lange Stopp- und Bremsmelder auf das richtige Mass zu bringen.

In den Optionen kann man die Geschwindigkeitsvorgaben für diesen Block ändern, was häufig sehr sinnvoll sein kann. Gibt es bei „Richtungsabhängige Geschwindigkeiten“ einen Haken, kann man die Geschwindigkeit für beide Richtungen getrennt eintragen. Ab Version 2.1 kann man hier auch die SpurWeite eingeben (z.B. H0m, mit oder ohne Zahnrad) und einiges mehr eingeben.

In diesem Fenster, ebenfalls ab Version 2.1 vorhanden, sind die bei den Meldern eingetragenen Längen bereits eingetragen. Manchmal, wenn man in den Blöcken Änderungen vorgenommen hat, sollte man diese Einträge markieren und entfernen und mit „Automatisches Ausfüllen“ neu berechnen und eintragen lassen. Dass man immer nach irgendwelchen Aenderungen einmal auf „Automatisches Ausfüllen“ klickt, ist sehr wichtig. Nur so ist man sicher, dass iTrain trotz vielen Automatiken intern alles richtig eingetragen hat.

…..und zum Schluss das fertige Gleisbild, mit einer Lok bzw. Zug im Block, der die Melder Bremsen und Stopp rechts und dadurch den ganzen Block als belegt zeigt. Auch die Fahrrichtung wird ganz klar hervorgehoben und kein Symbol wird durch das Blocksymbol mit Text überdeckt.

Rekapitulation: Ein Block enthält mindestens 2 bis 3 Melder, einen Richtungspfeil, ein Blocksignal und dem Auge wegen ebenfalls noch 2 Lichtsignale. Ein Melder pro Block macht leider kaum Freude, weder bei iTrain noch Railware, WinDigipet, TrainController usw., auch wenn es andere Programmhersteller gerne als Werbeargument „missbrauchen“!

 

Letzte Bearbeitung: 30.08.2014