– Rückmeldungen

Das wichtigste Element einer mit Steuerungssoftware zu steuernden digitalen Modelleisenbahnanlage sind einwandfrei funktionierende Rückmeldungen (Gleisbesetztmelder). Einwandfrei heisst: keine flackernden Melder, keine Falschmeldungen (z.B. bei leerem Gleis) usw.

Folgende Systeme waren

  • ungenügend:        Rautenhaus Selectrix und s88 (diverse Hersteller) inkl. HSI-88
  • genügend:             Loconet-Bus
  • ausgezeichnet:      Stärz-Selectrix, MÜT-Selectrix

Seit 2007 verwende ich ausschliesslich Gleisbesetztmelder der Firma Peter Stärz. Diese melden Widerstandsachsen bis 20kOhm ausgezeichnet, auch die Roco Widerstandsachsen mit 18 kOhm, die z.B. von den Rautenhausmeldern nicht gemeldet werden.
Bei den Gleisbesetztmeldern von Stärz lassen sich Abfallverzögerung, Einschaltverzögerung und das Verhalten bei Kurzschluss usw. getrennt einstellen, was äusserst wichtig für einen problemlosen Betrieb ist. Solche Einstellmöglichkeiten sind bei anderen Systemen und Produkten leider nicht immer zu finden!

Auf der Zeichnung sieht man, wie ich die Gleisbesetztmelder (GBM) rund um Weichen verteile. So bekommt in der Regel auch jede Weiche einen eigenen GBM, inkl. ein Stück Gleis nach dem Weichenherz. Damit kann man überwachen, ob ein Zug ins Lichtprofil der Weiche reicht, z.B. letzter Wagen oder wenn der Zug zu weit gefah­ren ist. Das ist besonders wertvoll in nicht einsehbaren Schattenbahnhöfen, wenn man auch gerne gelegentlich mit Handreglern fährt. Diese Weichen-Besetztmelder werden jedoch nicht in Blöcke eingebunden! Mit iTrain ab Version 3.0 werden belegte Weichen rot ausgeleuchtet, wenn man den Melder in der Weiche einträgt! Damit wird der Weichenmelder auch in die iTrain Zugüberwachung einbezogen.

In iTrain sieht obiges Beispiel dann so aus:

Beispiel Gleis

Die rechteckigen Anzeigen sind die normalen Besetztanzeigen in einem Gleis. Weichen-Gleisbesetztmelder sind für den iTrain-Betrieb nicht zwingend notwendig, aber für meine Betriebsart sinnvoll, zusätzlich zur Videoüberwachung mit 3 Kameras im nicht einsehbaren Anlagenteil (Schattenbahnhof usw.).

Wenn man, wie ab iTrain 3 möglich, die Einstellung „Verwende Positionen“ verwendet (sehr empfohlen und ab Version Voreinstellung),

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ändert das nichts an der Anzahl der Besetztmelder. Die Stoppmelder dienen in diesem Fall als weitere Melder, die die Berechnungsgenauigkeit erhöhen. Auch jeder zusätzliche Melder im Block erhöht die Genauigkeit der Berechnungen zusätzlich.

Der nachfolgende Teil bezieht sich noch auf die iTrain-Version 3.0! 

iTrain begnügt sich theoretisch (wie andere Programme auch) mit einem Melder pro Block – aber – das ist nicht zu empfehlen und ganz einfach nichts anderes als Sparen am falschen Ort. Bei Gleisen, die in beide Richtungen befahren werden, braucht es 3 Melder nach dem Schema „Stopp“-„Bremsen“-„Stopp“. Werden Gleise nur in einer Richtung befahren, reichen auch 2 Melder.

Fährt ein Zug von links nach rechts bedeutet das:

  • „Stopp“ = Einfahrtsmelder, Länge in H0 ca. 40 cm
  • „Bremsen“ = Bremsen, Länge möglichst so lang wie der längste Zug zwischen den Stoppmeldern, was aber nicht immer möglich ist und trotzdem funktioniert.
  • „Stopp“ = Stoppmelder = Länge in H0 ca. 40 cm

Der Block geht auf Besetzt, sobald die erste Achse des Zuges den „Eingangsmelder“ (=Stoppmelder der entgegengesetzten Richtung) erreicht und fährt weiter bis die erste Achse den „Bremsmelder“ erreicht. Hier beginnt der Zug zu bremsen (abhängig vom eingetragenen Verschiebewert) und hält an, sobald die erste Achse den „Stoppmelder“erreicht. Wenn die Bremsstrecke sehr lang ist, kann man in iTrain den Beginn des Bremsvorganges um x cm nach weiter hinten verschieben. Ebenfalls kann man in iTrain ein überlanges Stoppgleis virtuell verkürzen indem man die Trennstelle ebenfalls um x cm nach hinten verschiebt. Mit realen Meldern wird die Präzision des Anhaltens erhöht und vor allem wird die Sicherheit stark erhöht! So werden Weichen garantiert nicht überfahren, weil der Bremsweg mangels brauchbarer Lokeinmessung zu lang geworden wäre und letztendlich beim polarisierten Weichherz zu einem Kurzschluss führen kann.

Bei den Gleisbesetztmelderpreisen von Stärz-Bausätzen (pro Meldegleis ca. 4 €) lohnt es sich nicht, bei den Besetztmeldern zu sparen. Ein durch Unfall beschädigter Zug kommt meist wesentlich teurer zu stehen.

Negative Einflüsse haben zu hohe Einfahrgeschwindigkeiten, zu hoch eingestellte Bremsverzögerungen in den Lokdecodern, Decoder ohne Lastausgleich und „langsame“ Digitalzentralen wie z.B. Märklin 6021. Nur mit mehreren Meldern kann ein präzises Anhalten erwirkt werden. 1-Melder-Blöcke sind dazu nicht geeignet, auch wenn es theoretisch funktionieren kann und von wenigen Steuerungssoftwareherstellern beworben wird.

 

Rückmelder eintragen

Rückmelder

Im Bild sieht man das Eingabefenster für die Rückmelder (GBM, Gleisbesetztmel­der) von iTrain. Unter Name gibt man einen möglichst kurzen Begriff ein, z.B. Au-G2-M2. An erster Stelle verwende ich die ersten beiden Buchstaben des Bahnhofes, an zweiter Stelle das Gleis und an dritter Stelle die Nummer des Melder im selben Block. Mit dieser Eingabe arbeitet iTrain. Der Name muss einmalig sein.

In der Beschreibung kann man dann in Klartext beschreiben, was die Kurzbezeichnung bedeutet.

Beim Typ kann man verschiedene Besetzt­symbole auswählen.

Die „Länge“ entspricht der Gleislänge, die vom Melder überwacht wird. Es lohnt sich, diese Länge bei der Eingabe des Melders einzutragen, in ganzen cm.

Die Adresse ist die Moduladresse und durch einen Punkt getrennt der Anschluss auf dem Modul.

Unter Schnittstelle wählt man die zustän­dige Zentrale (hier ZS2 von Stärz).

Wenn möglich sollte man unter Verzögerung die Voreinstellungen anhaken. In speziellen Fällen kann man hier ausnahmsweise eine andere Verzögerung eintragen als die Vorgegebene. In meinen Meldern ist eine Verzögerung von 100 bzw. 1000ms programmiert, weshalb die Vorgabe in iTrain 0 ms ist. Bei einem einzelnen Weichenmelder könnte ich z.B. hier 2000ms Verzögerung eintragen, so das der Melder erst nach 3000 ms ablöscht.

Im Gleisbildeditor sehen die eingetragenen Rückmelder dann so aus:

Rückmelder2

Sortieren kann man hier die Melder, indem man auf „Name“ doppelklickt.

Letzte Änderung: 20.01.2014