Selectrix-BUS – Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Genormtes Datenprotokoll (NEM 680 und 681)
  • Schnelles Datenübertragungsprotokoll. Es ist 7mal schneller als andere Datenprotokolle. Es wird auch nicht langsamer, wenn z.B. 103 SX1-Loks gleichzeitig fahren und 896 Magnetartikel gleichzeitig schalten bzw. Besetztmelder melden würden – auch beim Einsatz vom SX0 BUS zum Fahren und vom SX1 BUS zum Melden und Schalten ändert sich nichts an der Geschwindigkeit.  Auch unter Volllast werden alle Informationen rund 13 Mal in der Sekunde im SX Datenbus synchron übertragen.
  • Äusserst hohe Systemstabilität und Betriebssicherheit.
  • Für das Selectrixsystem sind sämtliche Module von verschiedenen Herstellern ständig verfügbar, real und nicht nur auf dem Papier wie bei vielen anderen Digital Systemen!
  • Preiswerte Systemkomponenten dank Wettbewerb unter mehreren Herstellern, auch als Bausätze (Stärz), von der Zentrale bis zum BUS-Verteiler 🙂 (Komplettanbieter).
  • Selectrix ist auf lange Sicht das kostengünstigste System, zum Nachteil der Hersteller, zum Vorteil der Kunden (Modellbahner).
  • Dank der SX BUS Norm können alle Geräte aller Hersteller am gleichen BUS betrieben werden, vorausgesetzt sie halten die Selectrix-Norm 100%ig ein.
  • Selectrix eignet sich auch sehr gut für DCC und MM Fahrer als zusätzliches System zum Melden und Schalten (z.B. mit dem Stärz BUS Interface, das als Melde- und Schaltzentrale dienen kann, mit insgesamt 896 möglichen Weichendecodern und Gleisbesetztmeldern (GBM) pro BUS. Passende GBM (Gleisbesetztmelder) für MM und DCC (für Fremdzentralen) gibt es von Stärz, von letzterem auch als kostengünstige Bausätze. Reicht ein BUS nicht, verwendet man einfach weitere BUS-Interfaces als SX2-, SX3-BUS usw.
  • Bei Verwendung der Zentrale ZS2/ZS2+ von Stärz kann man zum Fahren DCC verwenden und mit dem SX1-BUS Schalten und Melden. Vorteil – man kann auch die kleinen Besetztmelder für SX1 mit der ZS2 Zentrale auch bei Fahren mit DCC einsetzen. Seit einiger Zeit fahre ich H0 und H0m mit iTrain 5.x gesteuert auf diese Weise (siehe auch Nachtrag).
  • Einfachste BUS Verkabelung z.B. mit normalen, mit DIN Steckern versehenen HiFi Kabeln (heute aber bei HiFi nicht mehr üblich). Der gesamte BUS darf ohne Zusatzverstärker bis ca. 100 m lang sein und frei verlegt werden – Sternförmig, Linear, Ringförmig (aber kein geschlossener Ring!), sofern qualitativ gute Kabel verwendet werden. Für ganz grosse Anlagen und BUS-Gesamtlänge ab ca. 80 m‘ kann man auch BUS-Verstärker (z.B. von MÜT) einsetzen, die das BUS-Signal verstärken und die Versorgungsspannung der Module nach dem Verstärker verbessern.
  • Grosses Lokdecoderangebot für Spur Z bis G, von 0,5 bis 2 A, für SX1, SX2, Analog & DCC sowie MM1 und 2 bei aktuellen Decodern von D&H und ohne SX2 von ESU (neu mein bevorzugter Dekoderlieferant).
  • Selectrix wird von allen bekannten Steuerungsprogrammen unterstützt (z.B. iTrain) und ist wegen der Busarchitektur speziell für PC Softwaresteuerungen geeignet, weil es auch mit zunehmender Anzahl angeschlossener Module nicht langsamer wird. TrainController unterstützt die Stärz ZS2 Zentrale nicht – iTrain, WinDigipet usw. können das aber perfekt! Für TrainController verwendet man die neue ZS2+ Zentrale mit FCC Protokoll.
  • Die Steuerungssoftware ab iTrain 3.x unterstützt die Stärz-Zentralen ZS1 und ZS2 problemlos.
  • Direkter, kompetenter Support durch die Hersteller, falls je einmal nötig.
  • Der häufig nicht kompetente Fachhandel entfällt dank Direktvertrieb, was sich auch entsprechend positiv auf die Kosten auswirkt! Auch der Direktvertrieb in die Schweiz funktioniert perfekt (bei Stärz und D&H), d.h. die D-MWSt (19%) wird bereits auf der Rechnung abgezogen. Dem CH-Pöstler bezahlt man dann die CH-MWSt (8%) und eine Bearbeitungsgebühr. Zoll ist keiner zu bezahlen. Für Kleinsendungen (bis etwa 250 € Warenwert) lohnt sich auch eine Paketadresse in Deutschland (z.B. in Jestetten), weil eigene Einfuhren in die Schweiz bis zum Gegenwert von 300 CHF Mehrwertsteuerfrei in die Schweiz eingeführt werden können, während bei einer Postsendung in die Schweiz bereits ab ca. 50 CHF Wert die MWSt und die Bearbeitungsgebühr zu entrichten sind (per Nachnahme!). Die Bearbeitungsgebühr ist auch bei Kleinstsendungen zu bezahlen, wenn der Zoll findet, den Inhalt des Paketes überprüfen zu müssen (z.B. bei mangelhafter Deklaration oder Finanzbedarf des Zolls/Post). Da übersteigt dann die Nachnahmegebühr den Warenwert sehr schnell. Auch dauert die Lieferung nach Jestetten nur 1-2 Tage, in die Schweiz bis zu einer Woche und mehr.

Nachteile

  • sind mir bis heute keine bekannt, sofern man nur 100% normgerechte SX-Geräte einsetzt.
  • Ständiger Kampf gegen Gerüchte, die von sogenannten Fachhändlern und selbsternannten Digitalexperten gegen Selectrix verbreitet werden.
  • Digitale Modellbahn kann langweilig sein, wenn es keine Fehler zu suchen bzw. zu beheben gibt ;).

Nachtrag

Trotz der Vorteile vom SX1-Fahrformat verwende ich heute zum Fahren nur noch reines DCC (fest eingestellt in meinen Stärz ZS2+ Zentralen).
Das wurde ermöglicht da iTrain seit einiger Zeit das „Fahren nach Positionen“ ermöglicht. Da gibt man an, nach wie vielen cm nach Blockbeginn der Zug mit dem Bremsen anfangen soll und nach wie vielen cm nach Blockbeginn der Zug anhalten soll. Zwischen diesen beiden Angaben verlangsamt der Zug kontinuierlich, so dass er punktgenau zum halten kommt, vorausgesetzt, die Lok ist gut eingemessen in iTrain. Das funktioniert mit einem Melder pro Block, aber wenn man mehrere Melder pro Block verwendet, wird das Resultat noch genauer, weil iTrain so die Abbremsung noch besser berechnen kann. Melder sind wie Augen, d.h. mehrere Augen können auch mehr sehen.

Selbstverständlich verwende ich nach wie vor den excellenten Selectrixbus meiner Stärz ZS2+ Zentralen weiterhin zum Melden und Schalten. Etwas zuverlässigeres und in der Bedienung einfacheres als Selectrix kenne ich nach wie vor nicht.

02.08.2016 Änderung
17.11.2016 kleinere Anpassungen
26.11.2019 Diverse Anpassungen und Ergänzungen