BUS-Interface (für DCC-, MM- und SX-Fahrer)

Das Stärz Businterface ist ein Modul zur Erzeugung des Selectrix-Busses mit integriertem Interface und ist somit die notwendige Komponente zur Realisierung des Schaltens und Meldens einer Modellbahnanlage über den SX-Bus in Verbindung mit einem Computer.

Es ist speziell auch für Modelleisenbahner geeignet, die von den Vorteilen von Selectrix zum Schalten und Melden profitieren wollen, jedoch weiterhin mit einem anderen Protokoll wie DCC, MM fahren wollen.

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Ich nutzte das BUS-Interface während einiger Zeit zusätzlich zu meinen ZS2 Zentralen (H0 und H0m, fahren mit DCC) auch das Stärz Businterface. Ebenfalls habe ich es zusammen mit einer Roco Z21 an meinen Testkreisen getestet.

Normalerweise sind alle Melder, Weichendecoder usw. für H0 und H0m an den Bussen der Zentralen ZS2 angeschlossen, jedoch hatte ich nebst einem Servodecoder, einem Besetztmelder auch einen Stärz-Funktionsdecoder an das BUS-Interface angeschlossen, der eine Viessmann Bahnschranke ansteuerte. Inzwischen habe ich diese 3 Module jedoch wieder an den SX2-BUS der ZS2 Zentrale, die am SX1-BUS nur DCC liefert, angeschlossen.

Das BUS-Interface war über ein USB-Seriell-Kabel von ESU (wie es zum Lokprogrammer mitgeliefert wird) an den PC angeschlossen. Dieses Kabel ist sehr gut geeignet, da der Konverter mit dem bewährten FTDI-Chip ausgerüstet ist, der problemlos mit iTrain und anderen Steuerprogrammen harmoniert.

Mit Spannung versorgt wird das Interface durch ein 90W Laptop-Netzteil, eingestellt auf 19V DC (ein Netzteil ab 40W würde allerdings auch genügen).

Die Baudrate habe ich wie bei den Zentralen ebenfalls auf 57600 Baud eingestellt (empfohlen werden in der Bedienungsanleitung jedoch 19200 Baud), was mit dem Qualitätskabel von ESU keinerlei Probleme macht.

In iTrain habe ich das BUS-Interface als 4. Zentrale (nebst ZS2 für H0, ZS2 für H0m, Railspeed Lokeinmessung) eingebunden, Schnittstelle „Selectrix“  und kein Haken bei „Fahrzeuge“. Auch das BUS-Interface wird „iTrain-FTDI“-spezifisch nicht mit COMx sondern mit der eindeutigen Adapterbezeichnung (mit rotem D davor) aus der Portliste ausgewählt.

Da iTrain leider nur das „Selextrix“-BUS Interface in den Einstellungen anbietet und nicht das Stärz-BUS-Interface (wie z.B. beim Stärz-Programmer), läuft es auch nur als Selectrix-Interface.

Nachfolgende Bilder aus iTrain stammen noch von einer älteren iTrain-Version, es können also gewisse Einstellungen fehlen.

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Der Bahnübergang wird nun in iTrain unter der Schnittstelle des BUS-Interfaces eingetragen (hier Adresse 80.4)

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Im Blockeditor wird die Bahnschranke ebenfalls eingetragen und nun schliesst die Bahnschranke jedesmal, wenn ein Zug den Block reserviert, durchfährt und öffnet wieder, sobald der Block freigegeben wird.

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Sinngemäss funktioniert das ganze auch mit Belegtmeldern usw., also mit allen Modulen die am BUS-Interface angeschlossen sind.

Für SX-Fahrer wie mich bringt ein BUS-Interface keine weiteren Vorteile gegenüber dem BUS der Zentrale, ausser dass damit anstatt „nur“ 824 verwendet) Belegtmelder, Weichen usw. nun die doppelte Anzahl angeschlossen werden könnte (1648), immer bei Verwendung der Adressen 1 bis 103. Wählt man noch die Adressen 104-112 dazu, sind es 896 bzw. 1792 Artikel und wenn das nicht reichen sollte, fügt man noch weitere BUS-Interfaces dazu, jedes mit max. 896 weiteren Artikeln. So wären auch riesige Anlagen problemlos zu steuern, was Melden und Schalten betrifft.

Am BUS-Interface kann man einstellen, ob die Adressen 104-112 genutzt werden sollen. Besser ist es, diese nicht zu nutzen, denn dann können unter Adresse 111 Interface-Interne Überprüfungen nicht stattfinden, was die Sicherheit erhöht.

Für DCC und MM Fahrer bringt ein Stärz-SX-Businterface nur Vorteile. Einerseits wird die Zentrale stark entlastet, andererseits profitiert man vom äusserst zuverlässigen und schnellen SX-BUS zum Melden und Schalten. Für DCC Fahrer gibt es den Besetztmelder BMDCC 3, für MM Fahrer den BMMot (Motorola). Beide haben eine galvanische Trennung durch Optokoppler.

Auch wenn man mit Selectrix SX1 fährt (z.B. Stärz ZS1 oder ZS2 Zentrale) benötigt man zum Melden ebenfalls den BMDCC3, der galvanisch getrennt ist, da damit die Meldungen dank der galvanischen Trennung noch sicherer werden. Für Weichen, Lichtsignale können alle Decoder uneingeschränkt genutzt werden.

Da Selectrix ein „serielles“ und kein „paralleles“ Format ist, ist es immer gleich schnell, da alle Befehle usw. 13x in der Sekunde gleichzeitig übertragen werden – nicht wie bei anderen Formaten (z.B.DCC) nacheinander. Darum ist Selectrix auch speziell geeignet für kleinste Anlagen, aber auch riesige Anlagen wie die Schulungsanlagen der TU Dresden, ETH Zürich, aber auch der Elbtalanlage in Königstein (Sachsen), wo richtiger Zugverkehr herrscht wie beim Vorbild und nicht nur als geschickt getarnter, einfacher Kreisverkehr wie im MIWULA Hamburg usw.

Das Stärz-BUS-Interface wird unter iTrain als Selectrix-Interface eingebunden. Besser wäre es, wenn das Stärz BUS-Interface eine eigene Einstellungszeile hätte und als Stärz-BUS-Interface richtig eingebunden würde, so wie es bei WDP, TC und dem Stärz-Programmer der Fall ist. Mit dem Trix-Selectrix Originalprotokoll wird Polling verwendet, was zusätzliche Rechenleistung und Datenverkehr auf der PC-Zentralenverbindung erfordert. Besser sind Zentralen wie die ZS1/ZS2/ZS2+ von Stärz und die MüT-Digirail MC2004 (nur SX1 zum Fahren). Diese Geräte melden alle Veränderungen auch immer an den PC und die Steuersoftware.

Das Stärz-BUS-Interface eignet sich auch ausgezeichnet zum Programmieren der Stärz Funktions-, Servo-, Licht- Weichendecoder, Stärz-WLAN-SX Modul usw., also alle Stärzartikel, die sich programmieren lassen. So habe ich das Stärz-BUS-Interface zusammen mit einem alten Arnold-Travo (16V AC) im MOBA-Raum über meiner Werkbank an die Werkzeugwand montiert, an den kleinen Laptop angeschlossen (der sonst als Client für iTrain im Bereich Schattenbahnhof dient). So kann ich ganz einfach und platzsparend meine Stärz-Komponenten optimal einstellen, mit einem langen SX-BUS-Kabel auch unter der Anlage, wo man für das Programmieren der Komponente die beiden SX-BUS-Kabel abzieht und das SX-BUS-Kabel vom BUS-Interface einsteckt, den Programmierknopf an der Komponente drückt und los gehts. Aber Achtung: Wie immer darf man SX-Komponenten nur im stromlosen Zustand aus- und einstecken. Nur so hat man gewähr, dass es auch funktioniert und nichts beschädigt wird. Nur Handregler mit einem verkürzten Stift oder internen elektronischen Massnahmen darf man während des Betriebes ein- und ausstecken.

05.11.2014 Änderungen
05.04.2020 Anpassungen an neue Erkenntnisse, Aktualisierungen
07.04.2020 Zwei Bilder vom Stärz Programmer hinzugefügt