Servodecoder für SX und Analog

Der Servodecoder ist ein Schaltmodul zum Schalten von drei Servomotoren und je nach Modell bietet es Herzstückpolarisation oder Anschlüsse für Tasten, z.B. bei Nutzung für Analoganlagen ohne Selectrix-BUS.

Insgesamt können 4 Servos angeschlossen werden, allerdings werden Servo 3 & 4 immer zusammen geschaltet. 3 Servos können einzeln angesteuert werden. Auf den ersten Blick scheinen 3 Anschlüsse etwas wenig zu sein. Auf den zweiten Blick und nach etwas überlegen erkennt man jedoch, wie sinnvoll diese Beschränkung auf 3 Servos in der Praxis ist. Servoanschlussleitungen sollten nicht verlängert werden, da die Zuverlässigkeit der Servos sonst darunter leiden kann. Darum sind in der Praxis kaum mehr als 3 Weichenservos an einen Servodecoder anzuschliessen. Falls trotzdem eine Verlängerung nötig ist, gibt es bei Stärz auch ein Verlängerungskabel von 50 cm Länge.

Selectrix-Module haben in der Regel 8 Anschlüsse für Weichen, Meldestrecken usw. Da dieser Decoder nur 3 Anschlüsse hat, kann man zwei (oder drei) Module auf einen 8er-Bereich nehmen. Das erste Modul hat dann z.B. die Adresse 85 und die Anschlüsse.1,2 und 3. Das zweite Modul dann die Adresse 85 und die Anschlüsse 4,5 und 6. Mit dem Stärz-Programmer lässt sich das ganz einfach einstellen!

Auf diesem Bild sieht man den Testaufbau mit 3 Servos nach dem Zusammenlöten des Bausatzes.

Am grauen Schraubanschluss links unten wird die Versorgungsspannung (16V AC oder besser 19V DC wie unter „Wichtig!“ beschrieben) angeschlossen.
An die kleineren Schraubanschlüsse daneben kommen die Herzpolarisierungsanschlüsse (sofern man diese Ergänzung mitbestellt hat).

Wichtig!
Damit die Servos beim Einschalten der Anlage und beim Start der Steuerungssoftware die richtige Stellung einnehmen, ist eine perfekte Stromversorgung Bedingung. Weiche Modellbahntrafos und Halogentrafos sind dafür schlecht geeignet. Keine Probleme gibt es aufgrund meiner Erfahrungen mit 90W Laptop Schaltnetzteilen, die eine stabilisierte, lastunabhängige Stromversorgung gewährleisten. Eingestellt habe ich diese Netzteile auf 19V bzw. 20V DC (Gleichstrom).

An den 3 beigen Steckanschlüssen in der Mitte der Platine schliesst man temporär die Stärz-Programmiermaus an, um den Servo am entsprechenden Anschluss einzustellen. Es lässt sich u.a. mit der Maus folgendes einstellen:

  • Mittenstellung des Servos (massgebend für die Umschaltung der Herzpolarisation)
  • „Linke“ Endstellung
  • „Rechte“ Endstellung
  • Stellgeschwindigkeit
  • Unterdrückung Einschaltnormierung

Die 3 bzw. 3+1 Servos werden oben links angesteckt, dabei ist auf die richtige Polung zu achten, damit der Servo nicht beschädigt wird!.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Servos wesentlich zuverlässiger Schalten als die Weichen-Magnetantriebe der Modelleisenbahnhersteller. Auch sind Servos praktisch geräuschlos, also kein lautes Klaks, kein heulender Motor – einfach Ruhe!

Im April 2012 habe ich einen alten, defekten Magnetantrieb durch einen Servoantrieb ersetzt. Da vor kurzem bei einer Conrad-Bestellung 5 Rappen gefehlt haben für die portofreie Zustellung durch die Post habe ich noch einen extrem günstigen Mini-ServoTOP-Line Mini Servo ES-05 JR von MODELCRAFT (Artikel-Nr, 230500-62) zum Preis von CHF 4.95 (!) mitbestellt. Den kleinen Servo habe ich dann Kopfüber mit Distanzhalter auf das Brett des Schattenbahnhofes neben die zu schaltende Weiche montiert. Mangels entsprechend langen Distanzhaltern (Messingröhrchen) habe ich eine Kombination von Sperrholzstückchen, Kunststoffröllchen und 2 Unterlagsscheiben genommen, damit der Servohebel etwa 1mm über der Platte zu liegen kommt. Ein passend gebogener Federdraht – siehe Bilder – zwischen Stellschwelle und Servohebel bewegt dann die Weichenzunge entsprechend gefedert, ohne zu grossem Andruck an die Schienen (Beschädigungsgefahr). Solche Federstahldrähte gibt es auch bei Conrad. In einem Testversuch bewährte sich diese extrem günstige Servoantriebslösung, jedoch kann man von diesem Servo nicht die Präzision erwarten, die ein teurerer Servo liefert. Wenn es auf die Präzision ankommt (Tore, Schranken usw.) und auch sonst ist der Servo von Peter Stärz sicher besser geeignet und mit € 5.50 auch nur minimal teurer, bei ähnlich kleinen Abmessungen.

Im Schattenbahnhofsbereich muss es nicht schön nur zuverlässig sein. Im sichtbaren Bereich montiert man die Servos selbstverständlich unsichtbar unter der Platte.

Nachfolgend 3 Bilder dieses Antriebes:

Hier sieht man den „Zickzackdraht und den Servo von oben. Links unten der Anschluss an das Servomodul.

Ansicht von der Seite mit der etwas improvisierten Montage (Distanzhalter), aber es hält perfekt!

Hier noch eine Ansicht auf Servodecoder und Servo. Man erkennt auch gut, wie kurz das Anschlusskabel des Servos ist.

…..und nun noch ein Bild eines weiteren Servos, der nun auf zwei 12mm lange Messingröhrchen als Distanzhalter montiert ist. Das ist eine wirklich einfache, stabile und zuverlässige Montageart, wenn es nicht auf die Schönheit ankommt (z.B. im Schattenbahnhof).

Der kleine Servoantrieb kann man auch als Unterflurantrieb montieren. Mit Sekundenkleber auf ein Sperrholzplättchen geklebt und mit 2 Schrauben von unten an die Platte geschraubt – funktioniert einwandfrei. Kosten ca. CHF 7.00 :). Auch davon ein (nicht ganz scharfes) Bildchen.

Einer dieser günstigen Servos habe ich 24 Std. lang im Dauerbetrieb getestet mit ständigem hin und her (siehe Filmchen), angesteuert durch einen Conrad-Servotester. Resultat: Kein Problem, läuft und läuft.

Hier noch ein kleines Beispiel einer servobetriebenen Weiche.

Von ESU gibt es sehr kleine Servos mit sehr kompakter Halterung. Man kann zwischen 2 Servomodellen wählen – Kunstoffräder oder Metallräderantrieb. Letzteren verwende ich neuerdings, vor allem wegen der wirklich guten Halterung für stehende oder Liegende Montage.

2015-09-01 09.02.16

2015-09-01 09.02.37

Die Halterung misst BxTxH (liegend): 44 x 27 x 19 mm. Schrauben, diverse „Kreuze“ und eine spezielle Stelldrahthalterung liegen bei.

Datum: 13.08.2014
Anpassung: 01.09.2015 (ESU-Servos)