Einbau eines D&H Decoders mit D&H Energiespeicher

Zum Anfang ein kleines Video von einer 2-achsigen Rangierlok von Brawa, die dank dem Energiespeicher 4 Sekunden „Stromlos“ überbrücken kann.
Video
Wichtig zu wissen ist, dass der Energiespeicher auf die Steuerung mit Software keine negativen Auswirkungen hat, d.h. die Loks halten genau so präzise wie ohne Energiespeicher. Im Gegenteil, der Energiespeicher bewirkt, dass eine Lok nicht wegen eines schlechten, kurzzeitigen Kontaktes vorzeitig stehen bleibt.

D & H hat Decoder der DH-Serie im Programm, die eine SUSI-Schnittstelle haben. Für diese Schnittstelle gibt es von D&H den Energiespeicher SP05A. Dieser ermöglicht, das die Lok bis ca. 4 Sekunden über stromlose Abschnitte fahren kann, d.h. Weichenherze aus Kunststoff, Gleisverschmutzungen, verschmutzte Stromabnahme an den Rädern usw. sind für damit ausgerüstete Loks kein Problem mehr.

Den Energiespeicher gibt es ohne Schrupfschlauch und Litzen, mit Schrumpfschauch mit Litzen und mit oder ohne SUSI-Stecker. Ich bevorzuge das Modell ohne Litzen.

In einer Lok mit wenig Platz habe ich nur die Platine auf die Lokplatine geklebt und die beiden Kondensatoren separat in die Lok eingebaut und mit Litzen verbunden. Siehe dazu folgenden Beitrag: Link

Gestern habe ich eine ältere MäTrix-Lok mit Scheibenkollektormotor umgerüstet. Es handelt sich um eine SBB Ae 3/6 II Lok.

Die Platzierung des Decoders und des Energiespeichers entnimmt man am besten den nachfolgenden Bildern.

Seite mit 8-pol. Decoderanschluss
Seite mit angeklebtem Decoder (Tesaband das hält)
Stromspeicher passt genau quer in die Lok. Dazu habe ich die Platine mit dem grossen Umschalter Oberleitung/Gleis verkleinert, so dass diese kleine Platine nur noch die Masse mit dem Gleis (durch die Schraube) verbindet. und die braune Litze zur Lokplatine führt. Der andere Pol führt direkt zur Lokplatine.

Die Beleuchtung der Lok besteht aus je 2 Glühlämpchen pro Seite, die ich belassen habe, da bei dieser Lok das Glühlampenlicht besser passt wie das Licht von LEDs.

So ausgerüstet fuhr die Lok über ein etwa 30cm langes, abgeklebtes Schienenstück, ohne dass man etwas bemerkt hat (Geschwindigkeit). Nur die Beleuchtung wurde auf Sparmodus geschaltet.

Der Energiespeicher hat keinen Einfluss auf die Steuerung mit iTrain, d.h. sie hält genau so präzise an der vorgesehen Stelle wie ohne Energiespeicher. Hingegen entfällt das Flackern des Lichtes bei leicht verschmutzten Gleisen, auch die Lok kennt kein „Stottern“, was ich sehr schätze.

Ich benutze auch noch Energiespeicher mit Tantalkondensatoren, die ich selber zusammenlöte, auf Platinen eines Modellbahners aus Deutschland.

Hier ein Beispiel, ebenfalls von Trix:

Bei diesem Modell musste ich wegen Platzmangel 2 Tantals mit Litzen an die Energiespeicherplatine anschliessen. Der D&H Decoder DH16A hatte gerade neben dem Enegiespeicher noch Platz in der Aussparung über dem Motor. Auf den Decoder habe ich die beiden Tantals geklebt. Unter der Energiespeicherplatine befinden sich noch 3 weitere Tantals, insgesamt also 5 Stk. Diese Schaltung genügt gegen Lichtflackern und kleinere Verschmutzungen. So ausgerüstete Lok fahren auch Problemlos mit Fahrstufe 1 über Weichenstrassen.

Nun noch ein Beispiel mit einer „Extremlok“, was die Fahreigenschaften betrifft. Die Rivarossi SBB Ae 3-5 bekommt ihren „Saft“ von genau 3 Achsen. Die beiden Vorlaufachsen und die mittlere Achse mit grossem Rad liefern den Digitalstrom in die Lok. Ohne Massnahmen ein Modell, das gerade für die Vitrine taugt, aber ohne Energiespeicher auf der Anlage nichts zu suchen hat. Der Platz in diesem Modell ist extrem knapp und Decoder und Energiespeicherplatine haben nur im Bereich des Dachaufbaus Platz, weil da die Luft gegen das Dach etwas grösser ist.

Bei diesem Modell musste ich die beiden Kondensatoren vom D&H Energiespeicher SP05A ablöten und glücklicherweise fanden sie sehr knapp Platz auf einer Seite zwischen Gewichtsblock und Lokführerstand Rückwand. So habe ich das hinbekommen, in dieser Lok den guten Energiespeicher von D&H einzubauen, der Saft für ca. 4 Sekunden liefert.

Die beiden Kondensatoren und mittig dazwischen das Schneckenrad für den Lokantrieb.

Wenn diese Aussparung im Lokkörper nicht vorhanden gewesen wäre (auf der anderen Seite fehlt diese Vertiefung), hätte ich diesen Energiespeicher hier nicht einbauen können. Rivarossi hat vermutlich „hellgesehen“, dass in dieser Lok einmal ein D&H Energiespeicher eingebaut werden soll und hat den Platz für die Kondensatoren reserviert.

Diese Lok, die sonst nur stotternd fuhr, fährt nun von Fahrstufe 1 – 28 wunderbar über Weichenstrassen usw., dank dem D&H Energiespeicher an der SUSI-Schnittstelle des Lodecoders D&H DH16A. Ein Beweis dafür ist auch die Geschwindigkeits-Messkurve aus iTrain! Schöner gehts nicht mehr.

Auch ESU bietet einen Energiespeicher für seine Decoder an, den ich auch schon verbaut habe. Für ESU-Decoder sind aber auch Energiespeicher aus einem normalen ELKO, einem Widerstand und einer Diode geeignet, was natürlich auch für D&H Decoder gilt. Letzteres ist die günstigste Lösung, braucht aber auch am meisten Platz.

Wenn man den Tantal-Energiespeicher mit D&H Decodern verwendet (DH und PD Serie) muss man unbedingt folgende CVs ändern:
CV 137: Wert 2 anstelle 0 (=Energiesparmodus aus)

Bei DH-Decodern ist für den Betrieb mit dem Energiespeicher SP05A an der SUSI-Schnittstelle die CV 137 unbedingt auf den Wert 18 einzustellen (=Erweiterte Funktionszuordnungen Ein + Energiesparmodus aus), wenn man mit CV 133 die Funktionszuordnung Verzögerung Ein/Aus auf F4 legen will (wie bei ESU). Allerdings muss man dann CV 132 (Rangiergang) den Wert von 4 auf 0 (oder einer anderen F-Taste zuordnen) stellen. Im weiteren ist CV 38 von 128 auf 0 zu stellen, damit auch da der Rangiergang deaktiviert wird. Grundsätzlich stelle ich alle nicht benötigten F-Tasten F1 – F28 mit den entsprechenden CVs auf 0 (siehe D&H Decoderhandbuch).

Nachfolgend noch die perfekten Einmesskurven von 3 Loks mit D&H Decodern, die ich in den letzten 2 Tagen mit Energiespeichern versehen habe:

Trix Lok
Trix Lok
Piko Lok

Solche Kurven machen dann im Betrieb auch Spass. Die Pikolok hat mehrere Funktionen, wie Führerstandlicht, Motorraumbeleuchtung, usw., weshalb die verstärkten AUX-Ausgänge AUX1-AUX4 des DH22A (Plux22 Schnittstelle) nicht reichen. Deshalb habe ich noch einen Funktionsdecoder FH05B mit 2 verstärkten und 4 unverstärkten Ausgängen eingebaut. Ein Ausgang bedient AUX7, an welchen die Innenbeleuchtung angeschlossen ist. Den Decoder habe ich auf dieselbe Adresse wie der Lokdecoder gelegt. Wichtig ist, dass man nur den zu programmierenden Decoder ans Gleis anschliesst. Bei einer anderen Adresse muss man nicht umlöten. Aber einmal optimal eingestellt programmiere ich nichts mehr an meinen Loks.

Ich habe in den letzten Tagen festgestellt (einmal mehr), dass die D&H Decoder einfach die besseren Fahreigenschaften haben als ESU Decoder. Auch ZIMO und die neuen Piko-Decoder sind besser als die ESU. Nur in der Verpackung sind die ESUs scheinbar „besser“, aber die Verpackung der ESU-Decoder ist Abfallmässig ein umweltpolitischer Sündenfall, (zu)viel Plastik, Volumen und Karton für einen Lokdecoder. D&H sendet mir die Decoder in einem einfachen Plastikbeutelchen, das kaum Platz beansprucht, und nicht jeder Decoder ist einzeln verpackt. 10 Stk. haben genauso gut im Beutelchen Platz wie 2 oder 50.

28.12.2020 Erstellungsdatum)
30.12.2020 Ergänzt um SBB Ae 3/5 von Rivarossi